Kleines virtuelles Museum für mechanisches Spielzeug (Spielfiguren) der 50er, 60er und 70er Jahre aus Blech und Plüsch


Deutsche Hersteller

Firmengeschichte Max Carl   

1922 heiratete der gelernte Textilverkäufer Max Carl (1902 - 1978) die Tochter Lina des Spielzeugfabrikanten Heinrich Döring und übernahm, als dieser 1924 starb, die Firma seines Schwiegervaters in Judenbach/Thüringen. Er nannte sie "Fabrik mechanischer Spielwaren".                                                                Heinrich Döring hatte in den 1920er Jahren überwiegend Fell- und Plüschtiere hergestellt, wie Kühe, Schafe usw. Es gab auch schon Tiere mit mechanischen Vorrichtungen. Nach der Übernahme der Firma begann Max Carl mit dem Aufbau eines Sortiments von mit Fell und Plüsch bezogenen Figuren aus gepressten und gestanzten Papphälften mit Federlaufwerk und vielen beweglichen Teilen.   

1924 wurde der Sohn Helmut geboren.                                                        1938 wurde, bedingt durch den 2. Weltkrieg, die Produktion vorübergehend komplett eingestellt. Nach Kriegsende trat der Sohn, nachdem er die Meister- prüfung bestanden hatte, in den Betrieb als Mitinhaber ein.                            1946 kamen die ersten Fahrzeuge im Plastikspritzverfahren hinzu. Ein Motorroller mit und ohne Bär und das berühmte Caju-Sportauto waren ein großer Erfolg. Die Karosserien waren erdbraun, dunkelrot oder schwarzbraun aus mehr oder weniger marmoriertem Bakelit.                                                                 1948 löste Polyäthylen das Bakelit ab, da es sich besser einfärben ließ und es kamen Billigvarianten zum Caju-Auto in die Fertigung. Deutlich war zu erkennen, dass Anfang der 50er Jahre die Automodelle mehr gefragt waren als mechanische Tierfiguren.                                                                                                            1950 wurde aus der Firma Carl die Max Carl oHG und Helmut Carl geschäfts- führender Gesellschafter. Ein neuer Katalog mit erheblichen Erweiterungen des Sortiments sollte nicht mehr in den Druck kommen, denn der Betrieb wurde enteignet.                                                                                                                1952  flüchtete die Familie vor der Enteignung und der Zwangsevakuierung nach Bayern in den Westen. Sie mussten alles zurücklassen und konnten nur ein paar Unterlagen und etwas Kleidung mit- nehmen. In einem Keller eines Wohnhauses in Creidlitz bei Coburg begann der Neuanfang mit einer bescheidenen Produktion von drei Spielzeugen. Anfänglich lautete der Firmenname noch "Max Carl oHG, Judenbach/Thüringen". Bald wurde Sohn Helmut Inhaber und sein Vater Angestellter. Im Laufe der Jahrzehnte erweiterte sich das Sortiment auf 150 verschiedene Figuren, von denen einige als Patente angemeldet wurden. Aus den Zeichnungen der Patente ist zu ersehen, welch ein Tüftler Helmut Carl war. Er dachte sich immer neue Varianten aus, um die Figuren zum Leben zu erwecken. Die Federlaufwerke kamen von den Firmen Paul Weiß und Gebr. Bühler, Nürnberg. Auch für die Blechteile gab es Zulieferer, wie z. B. die Blechtrommeln, die von der Zirndorfer Blechspielzeugfabrik Wünnerlein und Co hergestellt wurden. Jede Figur wurde mit einem kleinen Etikett versehen, das es den zukünftigen Sammlern sehr erleichtert hat, die Figuren zuzuordnen. Dieses Markenzeichen war ein Oval mit einem gezeichneten Affenkopf, umschlossen von einem C auf grünem Grund. Die Figuren wurden in großen Mengen hergestellt und waren sehr beliebt. Einmal wegen ihrer Originalitöät und Qualität, wobei auch der Preis stimmte. So konnte dieses Spielzeug auch auf Jahrmärkten verkauft werden. Ein besonderer Renner war die Affenkapelle, die über 12,5 Millionen mal verkauft wurde.                                                                                                                     1958 erschien der erste Katalog im Westen "Max Carl, Creidlitz/Coburg".           1973 beschäftigte das Unternehmen in den verschiedenen Werkstätten wie Creidlitz, Coburg und Aschau a. Chiemsee erwa 200 Personen. In den 80er Jahren wurde der Konkurrenzdruck durch Billiganbieter aus Fernost zu stark.Trotz der ständigen Entwicklung von Neuheiten konnten schon bald die Kosten nicht mehr eingenommen werden.                                                                                          1988 musste Helmut Carl die Produktion erheblich reduzieren. Er vertrieb ab da seine Artikel über die Firma Lorenz Bolz, Zirndorf.                                                1992, als Helmut Carl ins Rentenalter kam, legte er das Firmensteuer aus der Hand und ging in den verdienten Ruhestand. Einige Werkzeuge wurden an chinesische Spielwarenproduzenten verkauft, die heute noch beispielsweise die musizierenden "Carl-Clowns" (RUSS-TOYS) produzieren.                                                            

Das ovale Markenzeichen der Spielzeugfirma Max Carl  bestand aus einem roten

                       

Affenkopf, umschlossen von einem weißen  "C" auf grünem Grund. Das kleine "m" bedeutet  wohl Max.


Firmengeschichte MESJU

Nach dem 2. Weltkrieg nahmen die Spielzeugherstelller in Judenbach die Produktion wieder auf. So auch Max Carl. Doch als er in seinem Heimatort keine Zukunft für sich und seine Firma mehr sah, fllüchtete er 1952 in den Westen.                                                                                                                      In seinem Wohnhaus, in dem sich die Werkstätten befanden, wurde von den Mitarbeitern die Herstellung der mechanischen Spielwaren unter einem Treuhandbetrieb weiter aufrecht erhalten. Ende des Jahres bat man Edgar Grams, der bis dahin eine Pappstanzerei betrieb, die Leitung des verwaisten Betriebes zu  übernehmen.                                                                                                             Am 1. Februar 1953 entstand daraus der volkseigene Betrieb "VEB Mechanische Spielwaren Judenbach" abgekürzt MES-JU. der Schriftzug mit einem Teddybären war ab da das Markenzeichen der neuen Firma. Zu dieser Zeit waren 20 Personen beschäftigt. Hergestellt wurden Pfede, Katzen, Bären, Affen usw-. ALLe hatten ein Federlaufwerk in einen Pappkörpr eingebaut und wurden mit Plüsch überzogen. Anfangs kamen die Federlaufwerke noch aus Nürnberg. Doch nach Schließung der Grenzen übernahm die Maschinenfabrik Großbreitenbach die Fertigung und belieferte Judenbach und den Sonneberger Raum. Als einige Wochen nach der Gründung die Produktion nach Sonneberg verlegt werden sollte, da  die Werkräume zu klein wurden, wehrte sich die Belegschaft dagegen. Man beschloss mit Unterstüzung des Bürgermeisters und der Abgeordneten eine größere Produktionsstätte in Judenbach zu schaffen.                                                           Am 17. Juni 1953 wurde der Spielwarenbetrieb Döring, Hüttensteinach, angegliedert. Dessen mechanische Spiellwaren bereicherten das Sortiment.           Am 7. November 1953 erfolgte der erste Spatenstich für das Betriebsgebäude, das den Standort Judenbach sicherte. Da von staatlicher Seite keine Unterstützung zu erwarten war, fülhrten die Beschäftigten mit Hilfe der Bevölkerung ohne technische Hilfsmittel die Erdarbeiten selbst aus. Die Grund- und Packlagersteine brachen die Männer in den örtlichen Steinbrüchen. Die Frauen sammelten Steine am Spitzberg. Die Mauersteine eines abgerissenen alten Hauses wurden sauber abgeputzt und weiterverwendet. All diese Arbeiten führte die Belegschaft des Betriebes und Helfer aus dem Ort in ihrer Freizeit aus. Da es auch keine Mittel von staatlicher Seite für die Schalbretter und die Dachbinder gab, spendete jeder der Betriebsangehörigen 40,-- Mark, um damit das nötige Baumaterial einkaufen zu können. Die Maurer- und Putzarbeiten führte eine Lehrlingsbrigade durch.                                                         Am 1. November 1955 konnten dann endlich nach großer Mühe und Anstrengung die neuen Räume bezogen werden. Dr. Erich Apel, Minister der DDR Regierung und Sohn des Ortes, machte es möglich, dass die Baumaßnahmen zur Erweiterung des Betriebes im Jahre 1960 in Angriff genommen werden konnten. Wiederum wurden die Erdarbeiten von der Belegschaft außerhalb der Arbeitszeit ausgeführt. Sie erwiesen sich als äußerst schwierig, da harter Fels zutage kam, so dass letztendlich Sprengungen vorgenommen werden mussten.                                    Am 1. Oktober 1961, nach einer Bauzeit von einem Jahr, konnte der Betrieb in dem erweiterten Bereich aufgenommen werden. 1965 und 1968 wurden weitere Hallen fertiggestellt. Es waren zweitweise bis zu 100 Personen beschäftigt.                          Am 1. Januar 1969 wurden trotz aller Bemühungen, den Standort Judenbach zu halten, die "Mechanischen Spielwaren Judenbach" nach 15jährigem Bestehen aufgelöst. Die Entscheidung wurde über die Köpfe der Belegschaft hinweg gefällt und der Betrieb dem Kombinat Sonni Sonneberg als Betriebsteil V unterstellt. Die Fertigung der mechanischen Plüschspielwaren, die fast ausschließlich für den Export lukrativ abgesetzt wurden, musste eingestellt werden. 


Kombinat Spielwaren Sonneberg

Arthur Schönau Sonneberg A.S.S.  

Arthur Schönau ist vor allem als Puppenhersteller bekannt. Doch er produzierte auch mechanische Figuren, vor allem sich bewegende Clowns. Als  es immer schwieriger wurde, Federlaufwerke einzukaufen, baute  er in die Figuren eine Mechanik mit Bowdenzug ein, die ähnlich wie eine Fahrradbremse wirkte. Drückte man mit den Fingern das System zusammen, machte die Figur meistens eine tiefe Verbeugung, ließ man nach, so holte ein einfacher Gummizug die Figur in die Ausgangsstellung zurück. 

1972 wurde A.S.S.  in einer kurzfristigen Aktion in den volkseigenen Betrieb     VEB Sonneberger Spielzeugfabrik  umgewandelt und                                                                                                                              1982 dem VEB Sonni Sonneberg als          Werk III, dem Kombinat Spielwaren Sonneberg eingegliedert.

PGH Spielzeugland Mengersgereuth-Hämmern

1972 wurde auch das Spielzeugland Mengersgereuth-Hämmern  zu einem volkseigenen Betrieb VEB Spielzeugland umgewandelt und

1982  mit all den anderen in Mengersgereuth-Hämmern ansässigen Puppen- und Plastikspielzeugherstellern zu einem 

VEB Spielzeugland Mengersgereuth-Hämmern zusammengefasst und in das Kombinat Spielwaren Sonneberg eingegliedert.

Es war das Schicksal aller sich im Sonneberger Umland befindlichen Spielzeughersteller, dass der tradionellen Industrie in den Orten ihre Eigenständigkeit genommen wurde. Der Höhepunkt der Spielwarenherstellung mit ihrer jahrhundertelangen Tradition war schon in den 1970er Jahren überschritten. Die Zentralisierung und Leitung vom grünen Tisch aus funktionierte nicht. Die Verbindung zur Basis war unterbrochen. Mit der Wende war diesem zusammengebastelten Koloss die Möglichkeit genommen, sich neu zu formieren. Eine Tradition, die über lange Zeit gewachsen war, hatte ihr Ende gefunden.



Firmengeschichte Erich Motschmann EMO

 

1949 wurde das Unternehmen EMO in  Neustadt bei Coburg gegründet.               Als Erich Motschmann aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrte, begann er im Anwesen Rückertstraße 3a, einem Wohngebäude mit kleiner Produktionsstätte, erst einmal mit der Fertigung von Puppen. Deshalb wohl der Puppenkopf im Logo. Aber bald wurde auch Spielzeug mit mechanischem Antrieb hergestellt. Vor allem bekannt sind die Figuren, die im Volksmund "Hüpfer" genannt werden.Sie bestehen aus gedrückter Pappe mit eingebautem Uhrwerk und sind mit Plüsch überzogen.  Schon in den 1950er Jahren kam die ebenfalls sehr gefragte Affenkapelle dazu. Diese Musikanten gab es aber auch bald als Hunde-, Katzen-, Bären- und Igelkapelle.                                                                                                            Mitte 1960 kamen dann Disney-Figuren dazu, wie Donald, Mickey-Mouse, Strolchi, die Schweinchen und der große böse und der kleine Wolf. Waren die Köpfe bis dahin noch mit Stoff bezogen wurden sie jetzt aus Vinyl hergestellt. Diese Motive kamen auch als Dreher und Purzler auf den Markt. Sehr typisch ist auch das Entchen auf den Wackelbeinen.                                                                                 In den 1980er Jahren wurde die Produktion eingestellt.

      


Firmengeschichte Hans Zitzmann HZ

Im Jahr 1950 begann Hans Zitzmann mit der Fertigung von mechanischen Spielwaren mit dem Firmenzeichen "HZ" in der Rückertstr. 2 in Neustadt bei Coburg.                                                                                                            Anregung hierzu bekam Herr Zitzmann, eigentlich Elektroingenieur bei der Firma Siemens, durch seine Heirat mit Marga Döring 1947. Sie war die Enkelin von Friedrich Döring, dem bekannten Hersteller mechanischer Spielwaren in Hüttensteinach (Sonneberg) und Tochter von Alfred Döring, der diese Spielwarenfabrik bis zu ihrer Verstaatlichung 1953 leitete.                                         1952 wurde die Produktion in eine ehemalige Arbeitsdienstbaracke in der Richterstraße verlegt, die Herr Zitzmann in Unterfranken erwarb und in Neustadt aufstellen ließ. Bis 1957 wurde diese als Fertigungshalle genutzt.                            Herr Zitzmann entwickelte und erfand viele Laufwerke, für die er auch mehrere Patente bekam.                                                                                                          1955 wurde ebenfalls in der Richterstraße ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet, in dem die im Jahr 1952 nachgezogene Familie wohnte und auch Büro- und Versandräume untergebracht waren.                                                          1957 wurden Fertigungsräume angebaut und die Produktion dorthin verlegt.      Herr Zitzmann beschäftigte in dieser Zeit etwa 35 Arbeitnehmer und über              40 Heimarbeiterinnen.                                                                                                Wie bei allen Herstellern mechanischer Spielwaren wurde der Konkurrenzdruck aus dem asiatischen Ausland immer größer, zumal auch seine patentierten Laufwerke dort kopiert wurden.                                                                                                       1979 wurde die Produktion engestellt, nachdem auch seine Kinder kein Interesse zeigten, das Geschäft weiterzuführen.

                 

Firmengeschichte Gebr. Döring (Friedrich Döring)

Einige Judenbacher Bossierer spezialisierten sich auf das Überziehen der gedrückten und geschnitzten Tiere mit Schaf- oder Kaninchenfell. Später verwendete man aber auch Plüsch bzw. Filz zum Beziehen der Figuren. Einer dieser Bossierer, Friedrich Döring, hatte die Idee, diesen bossierten Tieren ein mechanisches Werk einzubauen.                                                                            Um die Jahrhundertwende gründete er mit seinem Bruder die Firma "Gebr. Döring". Nach dem Ausscheiden des Bruders firmierte er unter "Gebr. Döring Inhaber Friedrich Döring". Er erwarb in Hüttensteinach ein Anwesen, verlegte die Firma dorthin und baute den Betrieb zum zweitgrößten des Ortes auf.                      Sein Sohn Alfred, geboren 1898, half wie alle Kinder zu dieser Zeit, sehr früh im elterlichen  Betrieb mit. Bald wurde er auch mit Führungsaufgaben betraut und es  gelang ihm die Grundlage zu schaffen, um in den Export nach den USA einzusteigen.                                                                                                                     Zwischen 1919 und 1939 waren dort über 50 Mitarbeiter beschäftigt. Hergestellt wurden vorwiegend mechanische Spieltiere, die anfangs noch von Heinersdorfer Drückern in Papiermaché ausgeformt wurden. Später wurden die Hohlkörper aus gestanzter und geprägter Pappe hergestellt. Die Uhrwerke wurden aus Nürnberg bezogen. Den letzten Schliff erhielten die Spieltiere dann durch farbige Handbemalung.  In bunten Kartons verpackt traten die hüpfenden, trommelnden oder tanzenden Spielsachen über die Verleger, Grossisten und Einzelhändler ihren Weg in Kinderzimmer an.                                                                                  Alfred und Hilde Döring (geb. Eichhorn) bekamen 1927 eine Tochter, Marga, die in Köpppelsdorf geboren wurde. Diese heiratete 1947 Hans Zitzmann. (siehe oben     Die Kriegsereignisse 1939 - 1945 hatten auch die Fabrikräume der Fa. Döring verwaisen lassen. Ein Neuanfang vollzog sich infolge fehlender Rohstoffe und Verlust der alten Geschäftsverbindungen nur schleppend und mit der Enteignung 1953 wurde der Betrieb enteignet.

Firmengeschichte Alfred Döring

1953 nach der Enteignung seiner Spielwarenfabrik in Hüttensteinach bei Sonneberg floh Alfred Döring zusammen mit seiner Ehefrau Hilde Döring und seinem Vater Friedrich Döring aus der DDR nach Neustadt bei Coburg zu seiner Tochter Marga Zitzmann. Friedrich Döring verstarb kurz nach seiner Ankunft in Neustadt.                                                                                                              Alfred Döring arbeitete zunächst im Betrieb seines Schwiegersohnes Hans Zitzmann. Er übernahm als gelernter Exportkaufmann den Bereich Export vornehmlich nach Südamerika und in die USA, während Hans Zitzmann sich der Neuentwicklung von mechanischen Spielwaren widmete.                                           Differenzen über die künftige Ausrichtung des Betriebes führten dazu, dass           1957 Alfred Döring aus der Firma Hans Zitzmann ausschied und die Spielwarenfabrikation Alfred Döring (vormals Gebrüder Döring) gründete.              Im gegenseitigen Einvernehmen übernahm Alfred Döring die Produktion ausschließlich "beflockter" Spielwaren, während die Firma Hans Zitzmann diesen Geschäftszweig einstellte. So entstand keine Konkurrenzsituation.           Zusammen mit seiner mithelfenden Frau Hilde und 2 Arbeitern (beide durch den Krieg schwerbehindert) produztierte Alfred Döring von 1957 bis kurz vor seinem Tod im Dezember 1971 die oben genannten beflockten Spielsachen.                          Der Betrieb war eher eine Art Manufaktur, da alles in Handarbeit und oft auch in Kleinmengen produzeirt wurde.                                                                                Die Eheleute hatten durch die Führung des Betriebes - ihre Rente war gering - ein bescheidenes Auskommen. Nach dem Tode ihres Mannes führte Frau Hilde Döring den Betrieb noch bis 1973 weiter, bis alle Restbestände aufgearbeitet waren.  


vorFirmengeschichte Arno Heublein

Etwa um 1931/32 gründete er seine eigene Spielwarenproduktion. Er war ein Freund von Max Carl. Er fertigte unter anderem mechanisches Spielzeug und ab 1950 vor allem Meckis in verschiedenen Größen mit Stimmen und Laufwerken. Die Meckis waren so bekannt, dass in den 50er Jahren die Familie im Fasching, als Meckis verkleidet, mitgemacht hat. Arno Heublein war Spezialist für die Herstellung von mechanischen Papptieren, die mit Federlaufwerken ausgestattet waren und mit Stoff überzogen wurden.

Nach einer Handverletzung von Arno Heublein, die in arbeitsmäßig beeinträchtigte, führte Frau Alma Heublein den Betrieb weiter. Sie legte 1953 die Meisterprüfung ab und wurde Mitglied in der Spielzeughersteller-Genossenschaft. Sie war später Werkleiterin bei “Koppelhund”. In ihrem Meisterreich gab es 7 Beschäftigte und 6 Heimarbeiterinnen.

Später arbeitete Arno Heublein in Heimarbeit für Schoenau in Sonneberg.


August Friedrich

Ab 1953 gehörte er zu den Mitgliedern der Spielwarenhersteller-Genossenschaft Judenbach. In der Zeit der PGH war August Friedrich Meister und beschäftigte

11 Mitarbeiter und 3 Heimarbeiter.

Er produzierete in seinen privaten Räumen mechanische Pappspielwaren und Pappmachétiere mit Laufwerken bis auch sein Meisterbereich zentralisiert wurde.

Danach wurden weiter Pappspielwaren und seit 1975 auch keine Plüscheichhörnchen hergestellt.


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Von MESJU zu Sonni, eine Geschichte  des Ortes Judenbach

Der  Ort Judenbach in Thüringen profitierte seit jeher von seiner günstigen Lage an der alten Heeres- und Handelsstraße zwischen Nürnberg und Leipzig.   Verschiedene bekannte Hersteller mechanischer Spielfiguren, wie z. B.            "Gebr. Döring" oder "Max Carl", hatten ihre Werkstätten in Judenbach.

Bald nach dem Zweiten Weltkrieg fingen die kleinen Spielzeugfirmen in Judenbach wieder an zu produzieren. Da jedoch nach der Gründung der DDR im Jahr 1949 damit begonnen wurde, die privaten Betriebe zu enteignen, wanderten viele ab und versuchten sich z. B. im Coburger Raum eine neue Existenz aufzubauen.

Aufgrund der in der DDR eingeführten Planwirtschaft wurde auch die Spielzeugindustrie wie alle anderen Industriezweige weitgehend zentral geleitet. Kleinere Firmen wurden zu  "Volkseigenen Betrieben" (VEB) zusammengefasst. Daraus entstand 1953 in Judenbach der volkseigene Betrieb "MESJU VEB Mechanische Spielwaren-Judenbach". Anfangs produzierte man mit 20 Beschäftigten in einem Wohnhaus. Das Sortiment bestand aus mechanischen Kunststoffautos, Karussells, Motorrollern und mechanischen Plüschspielwaren,  wie Pferden, Katzen, Bären, Eseln, Elefanten, Affen und Skifahrern. Ein besonderer Verkaufsschlager war wie schon in den Vorkriegsjahren die Affenkapelle. Bereits zehn Jahre nach Kriegsende hatte sich die Spielwarenindustrie im Ort Judenbach vom drohenden Niedergang erholt.

Die Verstaatlichung der verbliebenen privaten Spielwarenfirmen erfolgte schrittweise. Anfang der 50er Jahre wurde in der DDR die Verordnung über die PGH (Produktionsgenossenschaften des Handwerks) erlassen. Dies war eine sozialistische Genossenschaft, deren Mitglieder Handwerker oder Gewerbetreibende waren. Der Zusammenschluss beruhte auf einer freiwilligen, gemeinschaftlichen/kollektiven Arbeit innerhalb der PGH. Ziel war es, durch den Zusammenschluss ein Gemeineigentum an den Produktionsmitteln zu bilden. Beschäftigte und mithelfende Ehepartner konnten ebenfalls Mitglieder in der Produktionsgenossenschaft des Handwerks sein. Die Sortimente wurden gestrafft und viele Artikel als unrentabel ausgemustert.

In Judenbach gründete sich die "Koppelhund-Genossenschaft des Spielwarenhersteller-Handwerks GmbH Judenbach". Sie legte sich den Namen "Koppelhund" zu, da dieser Artikel aus Judenbach auf dem Markt immer noch sehr gefragt war. Anfang der 70er Jahre wurde die Spielzeugindustrie umfassender zentralisiert. Weitere private Firmeneigentümer mussten ihre Anteile komplett an den Staat verkaufen und es entstanden nun größere Kombinate.                        1971 wurde das Kombinat der "DDR-Spielzeugindustrie" mit Sitz in Sonneberg gebildet und somit die traditionell gewachsene kleinteilige Struktur der Sonneberger Wirtschaft endgültig aufgegeben. Ein Jahr später  folgte die Enteignung der letzten privaten Betriebe und Genossenschaften.                                                                Mit dem 1. Januar 1972 wurde MESJU in die bereits im Jahr 1958 gegründete VVB (Vereinigung Volkseigener Betriebe) Spielwaren integriert und dem VEB Sonni Sonneberg unterstellt. Die Fertigung der mechanisch-beweglichen Plüschspielwaren bei MESJU wurde bald darauf ganz eingestellt. Diese übernahm nun das Werk für Plüschspielwaren "Sonni'" in Sonneberg.                           Nachdem 1972 ein Großbrand das Werk in der Unteren Marktstraße vernichtet hatte, begann man in Oberlind mit dem Bau eines neuen Werkes. Dort war auch die Leitung des 1981 gegründeten VEB Kombinat Spielwaren Sonneberg untergebracht. In ihm wurde die komplette Spielzeugindustrie der DDR zusammengefasst. In insgesamt 31 ostdeutschen Betrieben produzierten rund 27.000 Beschäftigte Spielwaren aller Art. Das Sortiment umfasste ca. 35.000 verschiedene Erzeugnisse. Neben der Versorgung der eigenen Bevölkerung mit Spielwaren wurden etwa 44 % der Gesamtproduktion in 37 Länder auf allen Kontinenten geliefert.                                                                                              1990 wurde das Spielwarenkombinat aufgelöst. 

    

Texte und Inhalte wurden erstellt mit Hilfe von Textmaterial einer Ausstellung aus dem Stadtmuseum Zirndorf 2008 und ebenfalls einer Ausstellung von 2008 in Neustadt bei Coburg vom Sammlerverien Neustadt.

Vielen Dank auch an Herrn Diez, Judenbach, der uns beim Erstellen der vielfältigem Veränderungen der Firmengeschichte von Mesju  bis Sonni geholfen hat.                                             

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